#106 SherlockSunday: Adam Worth – Inspiration für Professor Moriarty? (1/2)

Es wird mal wieder Zeit sich den klassischen Fragen der Sherlock-Holmes-Welt zustellen und nicht nur den medialen Sektor abzudecken. In diesem Zweiteiler wird es generell darum gehen wer Moriarty ist: Inspiration? Warum der Napoleon of Crime? Wer ist Adam Worth?

Adam Worth (1844-1902)

Adam Worth (1844-1902)

Worth war ein deutschgeborener amerikanischer Krimineller. Er wurde in einer armen jüdischen Familie in Deutschland geboren. Als er fünf Jahr alt war, zog die Familie in die USA (Cambridge, Massachusetts). Als der amerikanische Bürgerkrieg ausbrach, log Adam Worth über sein Alter, denn er war zu dem Zeitpunkt 17 Jahre, wollte aber in die Armee.

Worth wurde ein sogenannter Bounty jumper, eine Art Kopfgeldjäger. Als die Pinkerton Detective Agency ihm auf der Spur war, floh er nach New York City und dann nach Portsmouth. Nach dem Krieg war er ein Taschendieb.

Doch ein Kopfgeld ließ Worth berühmt werden. Er wurde sozusagen ein internationaler Dieb mit dem Diebstahl des bekannten Gemäldes Duchess von Thomas Gainsborough. Aufgrund dieser Taten und seiner bounty jumps betitelte der Scotland Yard Detektiv Robert Anderson den berüchtigten Adam Worth als the Napoleon of the criminal world.

Was Vincent Starrett dazu sagt.

Wenn jemand etwas dazu zu sagen hat, dann ist es auf jeden Fall der bekannte Sherlockianer Vincent Starrett (1886-1974). In seinem berühmten Buch The Private Life of Sherlock Holmes, welches grundsätzlich als Klassiker der Sherlockiana eingestuft werden kann, spricht Starrett die Thematik um Moriarty und Adam Worth an:

“The original of Moriarty was Adam Worth, who stole the famous Gainsborough in 1876, and hid it for a quarter of a century but even that master criminal might have taken lessons form the Moriarty of Holmes and Watson, a figure of colossal resource and malevolence.” (S. 142)

Ich habe in meiner Ausgabe (Otto Penzler Books) nachgeschaut und zu diesem Zitat gibt es auch noch eine Fußnote, die wie folgt lautet:

“This was revealed by Sir Arthur in conversation with Dr. Gray Chandler Briggs, some years ago.” (S. 142)

Also, wenn man nach diesem Zitat geht, scheint es von Arthur Conan Doyle auch bestätigt zu sein.

Als Sir Robert Anders, der oben angesprochene Scotland Yard Detektiv gefragt wurde, wer die cleverste und kriminellste Person ist, hat er wohl direkt die Inspiration Adam Worth! gesagt. Es ist natürlich unmöglich zu sagen bzw. wissen, ob Conan Doyle an den Spruch von Robert Anderson (the Napoleon of the criminal world) inspiriert worden ist. Jedoch gibt es wohl Hintergrundmaterial von Conan Doyle, der die kriminellen “Talente” von Adam Worth dokumentiert.

Moriarty vs Adam Worth.

Doch irgendwie ist die Ähnlichkeit zu den beiden genannten Personen dann doch nicht so ähnlich. Körperlich gesehen wird Moriarty als sehr dünn und groß beschrieben, während  Worth klein und dicker gewesen sein soll. Mir schwirren da die ganzen Beschreibungen zu Moriarty in den Kopf. Hier nochmal die genaue Beschreibung:

“He was extremely tall and thin, his forehead domed out in a white curve, and his two eyes were deeply sunken in his head. He was clean-shaven, pale, and ascetic-looking, retaining something of the professor in his features. His shoulders were rounded from much study, and his face protrudes forward, and was for ever slowly oscillating from side to side in a curiously reptilian fashion.” (FINA)

Schaut man sich das Bild zu Adam Worth an, so gibt es wenige äußerliche Gemeinsamkeiten. Aber natürlich die Geschichte rund um den Scotland Yard Detektiv Robert Anders reichte Conan Doyle eventuell schon für eine Inspiration als the Napoleon of the criminal world.

Im zweiten Teil geht es dann eher um die Frage, warum Moriarty nun genau ein Napoleon des Verbrechens ist. Dazu gibt es einen Einblick aus einem Artikel des Baker Street Journals!


Quellen:


Zu weiteren SherlockSundays geht es hier.






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