#18 Review: The Last Sherlock Holmes Story (Michael Dibdin)

  • Titel: The Last Sherlock Holmes Story
  • Autor: Michael Dibdin
  • Verlag: faber and faber
  • Erscheinungsjahr: 2012 (first published 1978)
  • Sprache: Englisch
  • Seiten: 208

Das Buch The Last Sherlock Holmes Story lässt mich in vielen Teilen geschockt zurück und beschäftigt mich auch Tage nach dem Lesen noch. Das Buch ist auf jeden Fall besonders und sollte von jedem Sherlockianer gelesen werden.  Warum, weshalb wieso in der aktuellen Review!

Es gibt eine hohe Spoilergefahr, die aber gekennzeichnet ist!

Worum geht es?

JACK THE RIPPER! Ein Dokument von Dr. Watson höchstpersönlich wurde über 50 Jahre verschlossen gehalten und kommt nun in die Öffentlichkeit. Das neue Abenteuer soll die wahre Geschichte von Jack the Ripper entlarven. Drei Frauen werden von dem Ripper ermordet und Scotland Yard konsultiert Sherlock Holmes um die Identität von Jack herauszufinden.

Das ist die grundlegende Geschichte. Man könnte nun denken, dass dies auch schon andere probiert haben. Jedoch gibt es mehr… Das “Mehr” möchte ich daher als SPOILER kennzeichnen.

[spoiler title=’Weiterer Inhalt im SPOILER’ style=’default’ collapse_link=’true’]Sherlock Holmes ist dem Ripper immer mehr auf der Spur und untersucht die Mordschauplätze. Später stellt sich heraus, dass Moriarty hinter der ganzen Sache steckt. Doch auch das wäre auch noch nicht alles, denn Watson hegt einen Verdacht… Der Reichenbachfall wird neu interpretiert und die wahre Identität zweier Erzrivalen wird zum Ende des Buches enthüllt…[/spoiler]

Einige ausgewählte Zitate

Das Buch The Last Sherlock Holmes Story spielt ganz oben mit, wenn es um typische Arthur Conan Doyle Zitate und Referenzen zum Kanon geht. Das übliche game’s afoot ist da nur ein Beispiel.

Jack the Rippers Taten werden in dem Buch als:

“The work of a maniac!” (S. 60)

beschrieben und als “formidable opponent” (S. 21) bezeichnet.

Wir finden in dem ganzen Buch einen besonders emotionalen Watson wieder, der mir persönlich in dem Buch sehr gut gefallen hat:

“I was deeply hurt by my friend’s words.” (S. 53)

Auch eine Anspielung der “beiden” Verletzungen von Watson (was Doyle wohl im Kanon durcheinander gebracht hat…) gibt es auch. Manchmal war die Wunde aus Afghanistan an dem linken oder rechten Bein. Tolle Referenz! (S. 79)

Es ist das übliche Spiel von Sherlock Holmes mit den Emotionen von Watson. Oder doch nicht? Weitere Spoiler folgen…

[spoiler title=’Weiterer Inhalt im SPOILER’ style=’default’ collapse_link=’true’]Eine besondere Stelle, die mir im Gedächtnis geblieben ist, ist das große Finale am Reichenbachfall und die letzten Worte von Watson aus seinem Tagebuch: “All in all, it seemed inevitably that Sherlock Holmes should sooner or later have turned to crime.” (S. 116)[/spoiler]

Meine Gedanken [ein wenig ausgeholt]

Ich habe direkt nach The Last Sherlock Holmes Story gedacht, dass die anstehende Review aufgrund der Vielschichtigkeit keine leichte seine wird. Beginnen wir also am Anfang…

Ich fand den Anfang des Buches insbesondere im Hinblick auf den weiteren Verlauf schwach und mit langsamem Tempo. Ich konnte den typischen Sherlock Holmes da noch nicht finden. Je weiter das Buch aber verläuft, desto spannender ist der Bogen der gespannt wird, denn immer mehr Details kommen ans Licht. Der Leser bekommt immer mehr Schichten des Geheimnisses bis zu einem fulminanten Ende.

[spoiler title=’Weiterer Inhalt im SPOILER’ style=’default’ collapse_link=’true’]Das wahre Ende von Reichenbach wird exzellent und glaubwürdig eingebunden und legt sich sehr passend zwischen “The Final Problem” und “The Empty House”. Eine klasse Interpretation und Erklärung.[/spoiler]

Schreibstil und “Kontroversität”

Wenn man rein vom Schreibstil nach Conan Doyle geht, finde ich das Buch eher modern geschrieben und der Stil findet sich nur durch die zahlreichen Referenzen. Auch die Brutalität und zahlreichen Beschreibungen sind nach meiner Ansicht nicht doyle-typisch. Muss es aber auch nicht, denn der moderne “Thriller”-Stil (daher hat es mich gewundert, dass das Buch bereits 1978 erschien) passt super zum Buch.

Auch das “Meta-Level” vom Autor Michael Dibdin fand ich passend, bei dem er immer wieder Kommentare und auch ein gelungenes Vorwort geschrieben hat, welches direkt mit der Geschichte verknüpft ist.

Leider schade fand ich, dass in dem ganzen Buch nur wenig Figuren eingeführt werden und daher die Auswahl der möglichen JACKS an der Hand abzuzählen sind. [spoiler title=’Weiterer Inhalt im SPOILER’ style=’default’ collapse_link=’true’]Da hilft dann leider auch der Buchtitel nicht, da mir dann schon relativ schnell klar wurde, warum das ganze hier die letzte Sherlock Holmes Geschichte sein soll…[/spoiler]

Insgesamt betrachtet sehe ich das Buch als sehr kontrovers an. Und genau habe ich auch in zahlreichen Reviews so vernommen. Entweder man findet das Buch richtig gut oder eben richtig daneben. Einen Mittelweg bei The Last Sherlock Holmes Story ist schwierig. Ich vertrete hier ganz klar die Meinung, dass jeder Sherlockianer The Last Sherlock Holmes Story von Michael Dibdin gelesen haben sollte, auch wenn man die Enthüllung nun gut oder schlecht findet. Rein vom technischen Handwerk jedoch ist das Buch einfach gut konstruiert und ist glaubwürdig bei der Einordnung in den klassischen Kanon von Arthur Conan Doyle.

+ logischer und glaubwürdiger Aufbau

+ Jack the Ripper, Sherlock Holmes und Moriarty in einer Geschichte (was will man mehr?)

+ viele Referenzen von Originalgeschichten

der emotionalste Watson (einfach gelungen und man fühlt förmlich mit ihm mit)

 langsamer/langweiliger Anfang der Geschichte

o Kontroversität der Enthüllung von Jack the Ripper und dem Ende

    

(4 von 5)


Dibdin, Michael. 2012. The Last Sherlock Holmes Story. Faber Faber.

  • Cover dient nur zur Ansicht und wurde nicht verändert.

Weitere Reviews findest du, wie immer, hier.






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