#19 Review: Amazing & Extraordinary Facts Sherlock Holmes

  • Titel: Amazing & Extraordinary Facts: Sherlock Holmes
  • Autor: Nick Utechin
  • Verlag: David & Charles
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • Sprache: Englisch
  • Seiten: 143

Ach, schon wieder ein weiteres Buch über die Welt von Sherlock Holmes? Aber gerade für Anfänger von Sherlock Holmes geben solche Übersichten immer einen guten Überblick. Für mich immer noch ein guter Fundus für kleinere Details. Ist dies hier auch der Fall?

Inhaltsangabe bzw. eher Struktur

Bereits der „Inhaltsangabe“ auf der Rückseite wirft einige tolle Fragen auf, die Appetit machen sollen:

  • Who influenced Arthur Conan Doyle, inspiring his creation of Sherlock Holmes?
  • Which American President was a Member of the Baker Street Irregulars?
  • How much money did Conan Doyle earn from writing each Sherlock Holmes story?
  • When was the curved calabash introduced as Holmes’ favoured pipe?
  • Which dramatist and actor was pivotal in bringing Sherlock Holmes to the stage?

Eine klassische Inhaltsangabe wie in einem Roman macht an dieser Stelle wenig Sinn. Selbstverständlich gibt Amazing & Extraordinary Facts: Sherlock Holmes einen groben Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Stolpersteine und der letztendlich große Durchbruch von Conan Doyle. Eingebettet und unterstützt wird der Erfolg durch alle Medien, sei es nun Theater, Stummfilm, Radio, TV und Filme.

Die Struktur kann als chronologisch angesehen werden, wird jedoch immer durch kleinere Fun Facts zwischen den Kurzbeiträgen unterstützt. Diese sind dann immer fettgedruckt.

Inhaltsverzeichnis

Das wirklich tolle an diesem Büchlein (würde ich mal so bezeichnen mit 140 Seiten und aufgrund der Größe) sind die kurzen und knappen Beiträge. Nach einem anstrengenden Tag möchte man nichts „tiefgreifendes“ Lesen und hat dann in diesem Buch schnell die Chance ein paar Seiten zu lesen. Auch wenn ich anfangs skeptisch war, wie der Mehrwert sein wird, gaben mir die ersten Seiten bereits das Gefühl: „Hier finde ich neue Anekdoten über den Detektiv!“

Einige nennenswerte Beispiele

Für mich persönlich sind es gerade diese kleineren Beiträgen, die mir einige neue Anekdoten brachten. Insbesondere die Anfänge der wissenschaftlichen Arbeit mit Sherlock Holmes ist noch relativ unbekannt für mich.

Aber auch kleinere Theaterauftritte, wie die sogenannte Copyright Performance 1892, die erstmalig von Conan Doyle genehmigt wurde, dramatisiert von Charles Rogers (mit NamenSherlock Holmes, Private Detective) war mir neu.

Ebenso einige neue Namen kamen dazu: James Payn (lehnte den Erstlingsroman A Study in Scarlet ab), Oliver Wendell Holmes (ein möglicher Namensgeber für Holmes) oder auch der eben angesprochene Charles Rogers.

Natürlich ist Amazing & Extraordinary Facts: Sherlock Holmes und auch viele anderen „Übersichtsbücher“ immer sehr stark abhängig davon, wie viel und wie lange man in der sherlockianischen Welt bereits eingetaucht ist. Hier aber (aus meiner Sicht) einige nette, Anekdoten:

In den Kurzgeschichten BLUE und CARD, die nach mehreren Übereinstimmungen im selben Jahr spielen eine so unterschiedliche Bevölkerungsanzahl haben? In BLUE gab es laut Sherlock 4 Millionen Menschen und in CARD beschreibt Watson, dass es 5 Millionen sind. Da schlägt wieder der ungenaue Conan Doyle zu! Ich sage nur die Beinverletzung von Watson!

In seinem eigenen Skript zu The Speckled Band war immer eine Rede von Rylott. Aber hieß der fiese und unsympathische Schlangenflüsterer nicht Roylott?

Der Mehrwert von Amazing & Extraordinary Facts: Sherlock Holmes

Wie Eingangs bereits beschrieben, sind genau diese Bücher immer von der eigenen Tiefe und Erfahrung abhängig. Jemand, der schon 20 Jahre als Sherlockianer unterwegs ist, für den sind viele Infos alte Kamellen. Für mich jedoch, der sich seit 2016 erst ernst damit beschäftigt, sind dann doch viele Informationen neu und immer wieder spannend zu entdecken.

Das schreibe ich natürlich genau aus dieser Perspektive. Wenn ich mich noch in 20 Jahren mit Sherlock Holmes beschäftigte, dann würde alle diese Anekdoten höchstwahrscheinlich ebenso nichts neues bieten.

Dafür, dass ich nun einige Übersichtsbücher bereits gelesen habe, gibt es dann doch schon einige Unterschiede auch in der Tiefe. Wenn man z.B. A Sherlock Holmes Companion von Peter Haining liest, der eine sehr tiefgreifende Sammlung an Essays von Sherlockianer liefert (siehe #16 Review) mit The World of Sherlock Holmes aus dem Pitkin Verlag (siehe #6 Review) vergleicht, dem fallen die Komplexität und Adressaten dieser Bücher direkt auf. Und Boström’s Meisterwerk fängt all diese Dinge dann auch noch in seiner Komplexität in einem Band auf (siehe #7 Review).

Amazing & Extraordinary Facts: Sherlock Holmes liegt dort gut im Mittelfeld. Man bekommt hier einen guten Überblick über die Entstehungsgeschichte, gepaart mit kleinen (fettgedruckten) Extrabeiträgen, die dann aber nette Fun Facts sind.

Außerdem hat Amazing & Extraordinary Facts: Sherlock Holmes neben den Fun Facts einen sehr tollen Einband, ein tolles Cover und ein nettes Gesamtkonzept. Auch ein Merkmal, welches nicht vernachlässigt werden sollte.

+ nettes Gesamtpaket (Cover, Format, Aufbau)

+ Tiefe und Fülle im mittleren Bereich (für Experten und Anfänger) 

 vielleicht etwas kurz?

    

(4 von 5)


Utechin, Nicholas. 2012. Amazing & Extraordinary Facts: Sherlock Holmes. David & Charles Publishers.

  • Cover dient nur zur Ansicht und wurde nicht verändert.

Weitere Reviews findest du, wie immer, hier.






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